23.04.2012

Immer wieder Italien



Irgendwie, wären wir doch alle gerne Italiener! Da mir dies aber trotz des verstärkten gebrauchs von Wörtern wie "ciao" oder "bon giorno" nicht so recht gelingen will und auch der tägliche Espresso mit Musik von Jovanotti, mich nicht zum Italiener macht. Ja, deshalb ist mir auch dieses Jahr nichts anderes übrig geblieben, als die Alpen zu überqueren um mich dann für ein paar Tage wie ein Italiener zu fühlen.

Was gibt es schöneres, als sich die Frühlingssonne in Verona ins Gesicht scheinen zu lassen, dem Treiben am Ostersonntag nachzusehen und dabei ein Liebespaar zu entdecken wie es sie nur südlich der Alpen gibt. Irgendwann dann Pizza, Pasta und Gelato und das Leben ist einfach gut! Ja ihr Italiener, ich bin manchmal wirklich neidisch auf eure Art zu leben, was bleibt mir also als immer wieder zu komme. Grazie bella Italia!!! Mille grazie und bis nächstes Jahr!

12.04.2012

Blood in the Mobile



Es ist eine Selbstverständlichkeit geworden, alle paar Jahre ein neues Handy zu kaufen. Wir sind süchtig, nach immer neuen Funktionen und Möglichkeiten der Kommunikation. Doch was steckt hinter diesem gigantischen Konsum. Wer zahlt den Preis für unseren Luxus? Es sind die Menschen im Osten Kongos. Hier herrscht seit Jahren einer der grausamsten Krieger unserer Zeit. In den letzten 15 Jahren, hat er mehr als fünf Millionen Menschen das Leben gekostet, 300.000 Frauen wurden vergewaltigt. Dieser Krieg funktioniert, weil sich die bewaffneten Gruppe durch den Verkauf von Mineralien, welche für die unter anderem für die Handyproduktion benötige werden finanzieren können.

Der Dokumentarfilm - Blood in the Mobile - von Frank Poulsen zeigt die erschreckende Zusammenhänge zwischen unseren Mobiltelefonen und den Konflikten im Kongo. Für 7 Tage könnt ihr euch den Film entweder hier im Blog oder bei Arte +7 anschauen. (leider abgelaufen)

22.03.2012

Sonnenschein



Der Alltag hat mich wieder. Jetzt heißt es fleißig sein, studieren, funktionieren und machen, was andere sagen. Aber, wisst ihr was? Das ist gerade gar nicht so schlimm. Die Sonne scheint mir ins Gesicht, der Himmel ist blau und manchmal hole ich mir ein Eis. Dazu noch Musik und alles prima! Wo immer ihr auch gerade seit, was immer euch gerade beschäftigt. Lasst es euch gut gehen und habt einen schönen Frühling!

02.03.2012

wiedersehen istanbul

Wiedersehen, ist eines meiner Lieblingswörter, es macht das Abschied nehmen ein bisschen leichter, wie ein kleiner Trost. In den letzten Tagen, habe ich dieses Wort oft gebraucht! Zuerst im Iran und gestern in Istanbul. 
Ganz alleine, nur ich und mein Rucksack, so bin ich vor einem halben Jahr in die große Stadt am Bosporus gekommen. Jetzt am Ende, saß ich an einem lange Tisch mit vielen neuen Freunden um zusammen meinen Abschied zu feiern.
Diese Freundschaften zu schließen, war das beste was mir passiert ist und ich bin sehr dankbar, für die vielen Momente in denen wir zusammen gelacht, gedacht und gesprochen haben.
Istanbul ich vermisse dich! çok teşekkürler

Aber, als am Flugzeugmonitor das erste mal München zu lesen waren und die Maschine zum Landeanflug angesetzt hat, da konnte ich es kaum noch erwarten wieder Dahoam zu sein. Von meine Eltern und einem lieben Freund, wurde ich mit bayerischen Bier und Butterbrezen am Flughafen begrüßt und freue mich jetzt auf viel Ruhe, einen ordentlichen Schweinebraten und die tollen Menschen welche Zuhause immer für mich da sind und mir es so erst erlauben, meine Reisen in die Welt zu unternehmen. Schön wieder bei euch zu sein.

09.02.2012

Was ist ACTA

 

Das freie Internet steht auf dem Spiel. Bitte unterstützt die Proteste gegen die Unterzeichnung von ACTA in Deutschland. Nachdem Polen, Tschechien und Lettland die Ratifizierung des Handelsabkommens vorerst ausgesetzt haben vordere ich die Deutsche Bundesregierung auf diesem Beispiel zu folgen.

07.02.2012

Die Türkei und der lange Weg zur Warheit

Wer diesen Blog regelmäßig liest, dem ist bestimmt aufgefallen, dass ich schon lange keine Stellung zur politischen oder gesellschaftlichen Themen mehr genommen habe.
Natürlich, weiß ich viel zu wenig über die türkische Politik und ihre Geschichte, um eine wirklich qualifizierte Meinung dazu zu äußern. Trotzdem habe ich mit mit viel Interesse, die politischen Geschehnisse in meinem Gastland verfolgt und wurde dabei immer wieder überrascht, wie wenig wir in Deutschland über die Türkei wissen ober besser, wie wenig wir ihr unser Beachtung schenken.
Eines der Themen welches mich am meisten beschäftigt hat, ist die Frage des Völkermords an der Armeniern während des ersten Weltkrieges. Ein heikles Thema, welches gerade in den letzten Monaten, durch französische Beschlüsse, wieder hoch aktuell wurde. 
Die türkische Politik und weite Teile der Bevölkerung, weigern sich den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen. Die aller meisten westlichen Länder sind aber der Meinung, das es dieses Verbrechen gegeben hat. Nach allem was ich in den letzten Monaten gelesen, gesehen und gehört habe, bin auch ich der Meinung das es ein historische Tatsache ist die nicht länger geleugnet werden kann und darf.
Der türkische Nationalismus, der die Türkei gerne als Fehlerfreies Land darstellt und auch die Äußerungen von Recep Tayyip Erdoğan, dem türkischen Premierminister, sind vor diesem Hintergrund nur schwer zu ertragen.
Mir geht es dabei nicht darum, die heutige Türkei für alte Verbrechen anzuprangern oder gar zu bestrafen, sondern um die Aufklärung der Vergangenheit und Wahrheit für die Hinterbliebenen. Aus Gesprächen mit jungen Armenier, weiß ich von der sehr schwierigen Situation. Das Thema ist mir aber auch deshalb ein Anliegen, weil Deutschland als Partner des Osmanischen Reichs eine Mitschuld an dem Genozid hat.




Euch allen möchte ich die außergewöhnliche Dokumentation »AGHET - Ein Völkermord« von Eric Friedler sehr ans Herz legen.
Wer mehr noch mehr erfahren möchte finde weiter Informationen hier darunter auch ein ergreifenden Artikel einer jungen Türkin erschienen in der Washington Post.

03.02.2012

Ankara




Das tat gut! Noch lange hab ich Istanbul nicht mal annähernd alles entdeckt und trotzdem war es erholsam, der Stadt für ein paar Tage den Rücken zu kehren, um eine Freundin in Ankara zu besuchen. 

Die Hauptstadt hat in der Türkei nicht gerade den besten Ruf. In etwa hundert Jahren wurde aus einem Dorf, eine Millionenstadt und dies spürt man auch. Apartmentblocks reihen sich an den kerzengeraden Straßen entlang. Die Moderne hat hier mit aller Wucht und ohne Rücksicht, auf den menschlichen Maßstab, zugeschlagen. Was fehlt, ist der Charakter, alles ist nur auf Funktion ausgerichtet.Doch das Einkommensgefälle der Türkei fordert seinen Tribut. An den Rändern der Stadt breiten sich riesige Gecekondu-Viertel aus. Die Landbevölkerung drängt auf der Suche nach einem besseren Leben in die Stadt und schafft sich seinen Lebensraum mit einfachsten, über Nacht gebauten, Unterkünften. Dies bekommen über die Jahre eine städtische Gestalt. Mich fasziniert wie natürlich diese Viertel wachsen. 

Aber trotz allem, kann man in Ankara eine gute Zeit haben. Wenn man liebe Menschen um sich hat, ist der Ort plötzlich gar nicht mehr so wichtig. Auf einer Veranstaltung von Elektroingenieuren hab zusammen mit älteren Damen zur Fasil Musik getanzt, an einer Uni von Ankara vieles über Bienen und kranke Ratten erfahren, in einer türkischen Bar zu kurdischer Musik getanzt, deutsch türkische Kunst im Cermodern bestaunt und ein paar neue Rezepte in mein Notizbuch geschrieben. Es war wieder einmal das alltägliche was mich am meisten fasziniert hat.