27.10.2012

Ein Sommer


Draußen liegt der erste Schnee, wie zum Beweis dass der Sommer zu Ende ist. Vieles ist passiert, manchmal blitzen die Bilder der warmen Monate noch durch meinen Kopf. Ich sehe die rauschende Isar, Berge, italienische Pasta, Florenz, besondere Menschen, Arbeit, Architektur, München, Linz, die großen Schiffe auf der Donau, das Laub der Bäume das sich langsam färbt, ein rotes Cabrio und das Lächeln einer besonderen Frau.

Der Schnee zieht einen Schlussstrich. Muss ich das auch? Noch fehlt die Kraft. Ich ziehe mir die Decke über den Kopf und vermisse den Sommer. Ich vermisse die schönen Momente. Es wartet die Ungewissheit, das Grau. Es gibt keinen Plan, keine Idee nur die Erinnerung.

Entscheidungen müssen getroffen werden. Das Leben will organisiert sein. Mir wäre es wohler ich könnte unter der Decke bleiben. Meine Träume werden von der Realität zerdrückt. Ich schaue dabei zu und warte auf das der Schnee schmilzt.

14.09.2012

Wut und Widerstand


Ich musste nie hungern, kenne die Schrecken des Krieges nur aus Erzählungen, darf die Welt bereisen und habe die Freiheit diesen Text zu schreiben.
Doch obwohl ich im Vergleich zu den meisten Menschen in paradiesischen Zuständen lebe, empfinde ich Wut und Empörung.
Nicht nur mir geht es so. Weltweit protestieren Menschen weil sie mit den Zuständen nicht mehr einverstanden sind. Weil sie die Krisen und Ungerechtigkeiten leid sind. Weil sie nicht an die propagierte Alternativlosigkeit glauben.
Millionen von Kindern verrichten jeden Tag schrecklichste Arbeiten. Bilder von hungernden Menschen sind immer noch nicht verschwunden und stehen im krassen Kontrast zu der Verschwendung im Westen. Das Weltklima erwärmt sich durch einen völlig ungebremsten CO2 Ausstoß. Kriege um Ressourcen und Absatzmärkte, im nahen Osten und Afrika machen das Leben zur Hölle. Die Vielfalt wird von immer mehr Monokultur verdrängt und in Europa sind wir dabei die soziale Errungenschaften, den kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen einzelner zu opfern.
Niemals zuvor, war der Wohlstand so ungerecht verteilt wie heute. Die reichsten 350 Menschen besitzen eben so viel wie die ärmsten 3,2 Milliarden Menschen.
Gemeinsam haben wir ein System erschaffen welches diese ungerechte Verteilung produziert. Längst haben wir erkannt, dass es nicht mehr den Menschen und seinen Bedürfnissen dient, sondern wir dem System dienen und damit einem kleinen Kreis an super Reichen.
Während der Finanzkrise ist es zu einer massiven Umverteilung von unten nach oben gekommen. Banken, ihre Investoren und Manager werden gestützt und die Bürger bezahlen mit gekürzten Sozialleistungen, längeren Arbeitszeiten und Verarmung großer Teile der Bevölkerung, wie wir es gerade in Griechenland erleben können.
Viel zu lange haben wir, mit unserem Verhalten diese Abläufe gestützt. Ohne etwas zu hinterfragen ist der Mittelstand in die Arbeit gegangen um danach ausgiebig zu konsumieren. Unser Bildungssystem ist längst zum Ausbildungssystem verkomme. Getrieben vom Wachstumswahn laufen wir weiter im Hamsterrad und plappern die neolierberale Logik auch dann noch nach, wenn längst erkennbar ist, dass diese Systeme im Wachkoma liegen.
Wir müssen die Welt nicht neue erfinden. Wir brauchen keine neuen Ideologien und Bewegungen. Was wir brauchen, ist die Umsetzung und Wahrung der  Menschenrechte. Diese Errungenschaft, geboren aus den Schrecken es zweiten Weltkrieges  ist eine stabile Basis und ihre Umsetzung sollte unser wichtigstes Ziel sein.
Wenn die Mächtigen dieser Welt, nicht in der Lage sind diese Rechte zu gewähren, müssen wir sie stürzen. Wenn wir ein Wirtschafts- und Finanzsystem haben, welches dem Gemeinwohl mehr schadet als es nützt, dann brauchen wir ein anderes. Wenn Demokratie zur bloßen Hülle verkommt und nicht die Parlament sondern die Banken und Konzerne entscheiden, dann müssen wir uns empören, aufbegehren und Widerstand leisten.  

31.08.2012

Fragzeichen





gerade ist mein Leben voller Fragezeichen. Alles ist wage und unsicher. Wo werde ich nächsten Monat sein? Was tun? Ich weiß es nicht! Was ist richtig, was falsch?  Bin ich auf einem guten Weg oder hab ich mich längst total verirrt?

Ich suche nach Leuchttürmen und Leitplanken und finde sie doch nie. Langsam gewöhne ich mich daran. Ist es eigentlich jemals anders gewesen? Kann ich vielleicht gar nicht anders? Die Unsicherheit hat auch etwas spannendes, etwas freies und so wie ich sie erlebe ist sie Luxus.

Gut, das es Musik gibt. Dann verblassen die Fragezeichen für einen Moment. Bei diesem feinen Lied gelingt es besonders gut.

18.08.2012

Not ready to die in your war

Wenn man den Nachricht glauben will, dann ist ein Angriff Israels auf den Iran nur noch eine Frage der Zeit. Ich und viele andere stellen uns gegen die schreckliche Logik des Krieges und glauben diesen Nachrichten nicht. Eine Initiative aus Israel macht mir Mut. Mut Nein zu sagen! Ich bin nicht bereit, einen weiteren sinnlosen Krieg zu akzeptieren. Ich bin nicht bereit zuzusehen wie Millionen sterben und der nahe Osten im Chaos versinkt. Deshalb teile ich gerne diese Nachricht aus Israel und dem Iran.

"We are millions of people who will be hurt. Will be drafted, will have to fight, lose our lives, our relatives. We, parents from TelAviv and Teheran will have to run with our children to the shelters and pray the missiles will miss us.
But they will fall somewhere, on someone.

Those last few days the sound of war is becoming louder.
So once again, loud and clear, we are saying NO to this war
 We saying to the people of Iran: We Love You"








02.08.2012

Arte Reportage

Für mich gibt es einen Unterschied zwischen einer Reise und einem Urlaub. Bei der Reise geht es nicht um Erholung oder Entspannung. Nicht um gutes Wetter oder weiße Sandstrände. Nein, es geht darum sich durch ein Land zu bewegen und es dabei kennen zu lernen. Es ist der Versuch die Welt ein bisschen besser zu verstehen, hinter die Nachrichten zu blicken und ein eigenes Bild auf das Geschehen unserer Zeit zu bekommen. Sich nicht von den Meinungsmachern betrügen zu lassen sondern nur den eigenen Augen und Ohren zu trauen. Wer reist, der weiß wie schwierig das manchmal sein kann.

Ziemlich viel, von dem was ich auf Reisen suche, finde ich in den Arte Reportagen. Diese Sendung blickt hinter das Feuerwerk der Nachrichten und beschreibt wie Menschen in diesen Zeiten leben, arbeiten, leiden  aber auch von einer besseren Zukunft träumen. Oft decken sich Reportagen mit meinen Erfahrungen vor Ort.

Ich will euch deshalb einladen, zusammen mit Arte auf Reisen zu gehen. Immer wieder werde ich euch, interessante, wichtige und bewegende Reportagen vorstellen. Die ihr direkt hier sehen könnt. Ich freue mich auf eure Meinungen und Diskussionen.



Der ersten Bericht den ich euch zeigen möchte, zeigt unfassbare Bilder aus Bahrain. Wo eine friedliche Demokratiebewegung brutal von der eigenen Regierung aber auch von Saudi Arabien bekämpft wird.

Zur Erinnerung: Die deutsche Bundesregierung hat zugestimmt Panzer nach Saudi Arabien zu liefen. Diese könnten auch zur Niederschlagung solcher Proteste eingesetzt werden.

26.07.2012

Reisegedanken

Wilhelm Busch (1832-1908)

Eins, zwei, drei im Sauseschritt,
läuft die Zeit, wir laufen mit.

Schaffen, schuften, werden älter,
träger, müder und auch kälter.

Bis auf einmal man erkennt,
dass das Leben geht zu End.

Viel zu spät begreifen viele,
die versäumten Lebensziele.

Freude Schönheit und Natur,
Gesundheit Reisen und Kultur.

Darum Mensch, sei zeitig weise,
höchste Zeit ist´s reise, reise.

20.07.2012

seltsames Gefühl




Es ist ein seltsames Gefühl, durch eine Stadt zu laufen, die mir in den letzten Jahren so vertraut geworden ist. Coburg und ich haben uns nie ineinander verliebt aber wir mochten uns doch irgendwie.  Ein paar Tage bleiben noch.
Was dann wird, weiß ich nicht. Es ist das Ende eine Etappe, das Ende meines Studiums. Soll ich diesen Zustand mögen oder Angst vor der Zukunft haben?
Gerade genieße ich es, einfach  gar nicht zu denken, keine wirklichen Pläne zu machen, nur von einem schönen Sommer zu träumen. Zu alle dem, passt so wunderbar das neue Album von Angus Stone – Broken Brights.  Hört es euch doch an, wenn es euch so ähnlich  geht.